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Liebe Leserinnen und Leser,

in Erasmus+ kehrt nach langer Pause wieder Normalität ein: Zahlreiche der an mich gerichteten Anfragen beschäftigen sich mit der konkreten Planung von Mobilitäten sowie mit Fragestellungen, die sich aus oder in der Durchführung von Reisen ergeben. Dabei ist festzustellen, dass uns allen gegenwärtig die Routine fehlt und auch zahlreiche neue Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren an Bord sind, da sich die Erasmus+ erfahrenen Teammitglieder in den vergangenen Jahren in ihrer Laufbahn  verändert haben. Auch treten neue Herausforderungen auf, wie z.B. Quarantänesituationen vor Ort und schließlich wurden die Spielregeln durch die neue Programmgeneration erheblich verändert, so dass ein deutlich erhöhter Informations- und Beratungsbedarf mehr als verständlich ist.
Ebenso ist festzustellen, dass einige Regeln der neuen Programmgeneration Interpretationsspielraum, aber auch Unsicherheiten für Projektträger erzeugen. Für eine möglichst schulfreundliche und transparente Auslegung der Regeln würde ich mich gerne im neu zu besetzenden Nutzerbeirat der NA BIBB einsetzen. Den Aufruf zur Wahl des Beirats dazu erhalten Sie in Kürze. 

Sehr gerne unterstütze ich Sie bei Ihren verständlicherweise auftretenden Fragestellungen mit individueller Beratung, aber natürlich auch mit Fortbildungen sowie mit den Informationen in diesem Newsletter.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Robert Stolzenberg
Referent für Erasmus+ Berufsbildung am ISB
Erasmus+ und Corona
Glücklicherweise erlaubt uns die Covid-19 Lage wieder Mobilitäten mit Lehrkräften und insbesondere mit Schülerinnen und Schülern anzugehen. Auch die Einreisebestimmungen aller Länder sind dementsprechend geändert und sehen in der Regel keine Covid-19-spezifischen Maßnahmen vor. 

Dies ändert bedauerlicherweise nichts an der Tatsache, dass Infektionen in hoher Anzahl auftreten und dies auch bei Mobilitäten.
Natürlich können Sie sich im Vorfeld zumindest finanziell absichern und bei unseren üblichen Versicherern Zusatzpakete für etwaige Quarantänekosten abschließen.
Generell zeigt die NA BIBB in diesen Fällen eine, wie auch in der Vergangenheit, hohe Kooperationsbereitschaft: Nach Rücksprache mit Ihrer Ansprechperson können Sie die mit der Quarantäne im Zusammenhang stehenden Kosten als "außergewöhnliche Kosten" geltend machen. Jedoch wird mit diesem Vorgehen Ihr Gesamtbudget nicht erhöht.

Beneficiary Module
Mit der neuen Programmgeneration wurde als Nachfolger für das Mobility Tool+ das Beneficiary Module eingeführt.

Diese Umstellung war notwendig, da mit der neuen Programmgeneration zahlreiche Neuerungen einhergehen, die sich im "alten" Tool nicht abbilden ließen, z.B. die Ausweitung auf weltweite Aktivitäten sowie die differenzierten Zusatzförderungen für Inklusionsunterstützung und "green travel". Gleichzeitig wurden alle für ein Erasmus+Projekt notwendigen EU-Tools auf einer Plattform vereinigt: Neben dem Beneficiary Module sind dies bspw. das Antrags-Modul oder das System zur Organisationsverwaltung.
Diese Einführung erfolgte leider massiv verzögert, für die ersten Projektträger mit einer Akkreditierung aus dem Jahr 2021 wurde das Beneficiary Module unlängst freigeschaltet und der sukzessive Rollout wird uns alle betreffen.

Das Wichtigste zu diesem Tool:
  • Sie erhalten eine eMail mit dem Betreff „Beneficiary Module - Project initiation", wenn Ihr Projekt darin freigeschaltet wurde. Dies steht demnächst für die akkreditierten Schulen des Jahres 2022 an. Schlussendlich werden alle Projekte der neuen Generation (ab 2021) darin verwaltet.
  • Im aktuellen Stand ist das Beneficiary Module noch nicht fertiggestellt und es wird sukzessive weiterentwickelt. Aktuell fehlt das komplette Berichtswesen, auch die Einholung der Teilnehmendenberichte! Die NA BIBB weiß um die damit verbundenen Schwierigkeiten und wird bei etwaigen Problemen die gewohnte Kulanz zeigen. Ebenso sind noch keine Funktionen umgesetzt, Massendatenverarbeitung z.B. mit Import- und Exportfunktionalität zu unterstützen. Auch das Kopieren von Mobilitäten sieht der aktuelle Versionsstand noch nicht vor.
  • Gleichwohl lassen sich bereits jetzt alle möglichen Aktivitäten erfassen und es erfolgt eine automatische Berechnung der Fördersumme dafür.
  • In der Verarbeitungslogik gilt es nun zu berücksichtigen, dass zuerst die (aufnehmenden) Organisationen zu erfassen sind, bevor Mobilitäten angelegt werden. Dies ist erforderlich, da das neue Programm mehr Flexibilität bietet und Sie damit die Organisationen erst jetzt und nicht wie bislang bereits im Antrag festlegen. Sie können auch Organisationen erfassen, die sich nicht im Organisationsregistrierungssystem (ORS) der EU befinden, was insbesondere für weltweite Einrichtungen, aber auch für kleinere aufnehmende Betriebe eine weitere Erleichterung darstellt. 

Ebenfalls durchaus positiv ist die Dokumentation des Beneficiary Modules, die Sie online hier finden (in englischer Sprache). Eine deutschsprachige Anleitung zum Herunterladen finden Sie aus dem schulischen Bereich vom PAD hier.
Partnersuche
Wie bereits in meinem letzten Newsletter erwähnt, gestaltet sich die Partnersuche nicht immer einfach. Insbesondere Partner der englischsprachigen EU-Länder Irland und Malta sind nach dem Brexit stark nachgefragt. Bei den bewährten Colleges sind beachtliche Vorlaufzeiten zu berücksichtigen, aber auch die Deutsch-irische Industrie- und Handelskammer benötigt für den "Kaufmann international" nunmehr langfristige Planungssicherheit. 

Vor diesem Hintergrund durfte ich vor zwei Wochen eine größere Delegation aus Irland betreuen und möchte Ihnen die direkte Kontaktaufnahme mit den "Education and Training Boards" (kurz: ETB) in Irland als Option nahelegen. Es handelt sich dabei um Organisationen der beruflichen Bildung, deren Kernaufgabe in der Schulaufsicht und damit in der Hoheit über die regionalen Bildungseinrichtungen liegt. Ein Verzeichnis der ETBs finden Sie hier und falls dies für Sie relevant ist, können Sie darüber eine Partnerschaft mit irischen Schulen anbahnen. Da diese Einrichtungen in der Regel nicht dual aufgestellt sind, können dort auch praktische Einheiten absolviert werden. Selbstverständlich genießen Sie mit einer schulischen Partnerschaft nicht den Komfort des Rundum-sorglos-Pakets, können aber immerhin ein Angebot schaffen und zudem funktioniert Erasmus+ langfristig nur auf Basis einer gewissen Wechselseitigkeit.
Formales
Wie ich aus vielen Rückfragen weiß, schließen zahlreiche Projektträger gerade "alte" Projekte (vor 2021) ab oder haben entsprechende Fristen in den nächsten Monaten zu beachten. Bitte berücksichtigen Sie dabei, dass Sie zusammen mit dem Abschlussbericht die  verbindliche nationale Anlage hochladen müssen. Deren Format hat sich geändert, so dass Sie ggfs. vorhandene Formulare nicht mehr nutzen können. Der Abschluss ist in dieser Anleitung ab Punkt 9. beschrieben. Bitte vergessen Sie dabei auch nicht, die von Ihrer Schulleitung unterzeichnete ehrenwörtliche Erklärung hochzuladen, die vorausgefüllt aus dem Mobility Tool heruntergeladen wird. 

Auch warten viele Schulen auf die Finanzhilfevereinbarungen aus dem Mittelabruf 2022 für akkreditierte Einrichtungen. Diese werden durch die NA BIBB in den Pfingstferien (ca. am 13.06.22) an Sie versandt, so dass Sie unmittelbar nach den Ferien durch Ihre Schulleitung unterschreiben werde kann. Die Dokumente können Sie dann wie gewohnt und in unserem Infoblatt beschrieben an das LAS senden. Übrigens: Die Ihnen beim Versand gesetzte zweiwöchige Frist liefert keinen Anlass zur Sorge. Sollten die zwei Wochen verstreichen, wird Ihnen eine weitere, äußerst großzügig bemessene Frist gesetzt.  

Fortbildungen
Das ISB und unsere Erasmus+ Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bieten regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zum EU-Bildungsprogramm an. Die Anmeldung erfolgt über FIBS. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick der geplanten online-Fortbildungen:

Internationalisierungsstrategie und Erasmus Plan für eine erfolgreiche Akkreditierung (Akkreditierung 1)

Der Erasmus Plan bildet den Kern der Akkreditierung. In dieser Fortbildung erfahren Sie, was Sie bei der Gestaltung des Erasmus Plans beachten sollten und erhalten Beispiele als Grundlage für Ihre schulspezifischen Zielsetzungen.
  • Termin: Donnerstag, 07. Juli 2022
  • Uhrzeit: 10.00 - 16.00 Uhr
  • Details: hier

Erasmus+ Rahmeninformationen für eine erfolgreiche Akkreditierung (Akkreditierung 2)
Rund um den Erasmus Plan erfordert eine Akkreditierung verschiedene Rahmeninformationen zu Ihrer Schule sowie zu Ihren Vorhaben. In dieser Fortbildung lernen Sie die erforderlichen Bausteine kennen und erhalten Hinweise zu Beispielen guter Praxis.
  • Termin: Mittwoch, 13. Juli 2022
  • Uhrzeit: 12.00 - 17.00 Uhr
  • Details: hier
oder inhaltsgleich:
  • Termin: Donnerstag, 29. September 2022
  • Uhrzeit: 12.00 - 17.00 Uhr
  • Details: hier

Berücksichtigen Sie bei Ihren Planungen, dass die Antragsfrist für die Akkreditierung in diesem Jahr am 19. Oktober 2022 endet.


Impressum
Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB)
Grundsatzabteilung
Schellingstr. 155, 80797 München
E-Mail: abt.ga@isb.bayern.de

Verantwortlich:
Direktor Anselm Räde

Die E-Mail-Adresse, von der dieser Newsletter versendet wird, dient ausschließlich der
Distribution und ist keine Kontaktadresse.

Bitte nehmen Sie möglichst direkt mit dem/der zuständigen Ansprechpartner/in Kontakt auf:
EU-Bildungsprogramme in der Grundsatzabteilung

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